Im Vorgängerbau stehen 500 Kirchenbesuchern nur 7 Bänke zur Verfügung. Die große Mehrzahl der Gläubigen muss stehend dem Gottesdienst beiwohnen.
Am 15.10.1911 beschließt der Kirchenvorstand die neue Pfarrkirche zu errichten und zwar nach den für 1200 Menschen konzipierten Plänen des Trierer Architekten Peter Marx. Diese sehen vor einen Empire-Hochaltar. Dagegen wenden sich der beteiligte Koblenzer Regierungspräsident und vor allem Pastor Peter Begon. Letzterer setzt sich durch. Er reist nach Vaals in der niederländischen Provinz Limburg und ersteht aus der dortigen Klosterkirche den aus der Zeit um 1770 stammenden Hochaltar im Barockstil.
Nach der Weiheurkunde vom 10.06.1770 fügte der spätere Bischof von Namur „Reliquien des hl. Martinus, dem Höchsten der Heiligen“ bei. Der Altar stellt in Reinform die drei großen Mysterien Dreifaltigkeit; Menschwerdung und Erlösungssterben dar.
Der noch unfertige Kirchenbau erlebt am 14.11.1912 die Feier der Benediktion (Einsegnung). Die Konsekration (feierliche Einweihung) erfolgt im Beisein der Firmlinge der Pfarreien Allenz und Kehrig durch den Trierer Weihbischof Dr. Antonius Mönch am 09.07.1916.
Die Reiterfigur des hl. Martin mit kniendem Bettler findet sich heute vor dem Altaraufsatz mit Rocaille Werk links vom Eingang. Ursprünglich stand sie im Tympanon draußen in der Nische oberhalb des Kirchenportals.
Das 100 jährige Jubiläum der Kirche St. Martin wurde 2016 gefeiert.

